Teil 1
1927 - 1937

Teil 2
1938 - 1957

Teil 3
1958 - 1969

Teil 4
1970 - 1979

Teil 5
1980 - 1987

Teil 6
1988 - 1996

Teil 7
1997 - 2002

 

1938

Reiter aus Holland und Dänemark waren am Start. Käthe Franke landete ihren ersten Sieg in einer S-Dressur mit Bojar. Otto Lorke reiste mit großem Troß an (Trakehner Dorffrieden, Vollblüter Moselländer, Strachur und Pommernländer sowie Magnet).

1939

Letztes Turnier vor der Nachkriegsepoche, letztes Turnier auf dem Gelände „Unter den Eichen", das von 1932 bis 1939 zu einem der bedeutendsten Schauplätze des nationalen und internationalen Reitsports geworden war, nicht zuletzt durch viele Freunde und Gönner des Clubs, an ihrer Spitze der jeweilige Oberbürgermeister der Stadt Wiesbaden sowie Geheimrat Dr. Ing. h.c. Wilhelm von Opel und der Industrielle A. Herbert. Alle großen Reiter der Vorkriegszeit gingen hier an den Start. Komplettes Turnierprogramm mit Springen, Dressur und Fahren: 34 Prüfungen, 1.645 Nennungen, 440 Pferde; die Unterbringung auch damals ein Problem. Man behalf sich mit Stallzelten. Dressur-As Otto Lorke präsentierte seinen erst fünfjährigen und später weltberühmten Fanal, einziger ausländischer Reiter: der Olympia-Dritte in der Dressur von 1936, aus Österreich Major Podhajsky mit Nero. Die Military ging über den Rabengrund, Leutnant Stubbendorf und der holländische Olympiasieger Pahud de Mortanges waren die Stars.

1940 - 1947

Schwere Zeiten für alle - auch für den WRFC - keine Turniere an Pfingsten! Der Krieg hatte wie überall auch in Wiesbaden schreckliche Spuren hinterlassen, nicht zuletzt mit der Konsequenz für die Reitsportfans, dass der bewährte Turnierplatz „Unter den Eichen" nicht mehr zur Verfügung stand.

1948

übernahm Major a. D. Fritz Laeis für 2 Jahre die Präsidentschaft im WRFC. Wilhelm Dyckerhoff hatte die Idee geboren, im Biebricher Schlosspark einen neuen Turnierplatz zu errichten. Für das Vorhaben benötigte der WRFC jedoch das OKAY der amerikanischen Wiesbadener Stadtkommandantur. An dieser Schaltstelle saß Oberst Earl F. Thompson, ein Pferdemann par excellance, Goldmedaillengewinner mit dem amerikanischen Military-Team 1932 in Los Angeles, Zweiter der Einzelwertung Springen. Hier stieß man auf offene Ohren. Thompson gab sein „permit" und damit den Startschuß für das erste Pfingsturnier der Nachkriegszeit, das

1949

auf der großen Wiese hinter dem Biebricher Schloß abgehalten wurde. Insgesamt hatten 40 amerikanische Teilnehmer genannt. Aber auch andere große Reiter lockte das neue Turniergelände an: Otto Lorke, Kurt Capellmann, Willi Schultheis, Baron von Nagel oder Barbara Mietzlaff. Die Pferde mussten noch per Bahn transportiert werden und man brachte sie in Ställen der Bauern aus der Umgebung unter. Das Turnier war eine Bewährungsprobe für den neuen Start. Hier sei ein Kur- und Fremdenblatt des Kur- und Verkehrsvereins Wiesbaden aus dieser Zeit zitiert, in dem Dr. Wolfram von Waldschmidt schrieb: „Zu keiner Jahreszeit ist der Schlosspark in Biebrich so schön wie um Pfingsten. In den alten Kastanien rauscht der mit Düften beladene Frühlingswind, ein Blütenregen stäubt von den Wipfeln herab, und aus dem verwachsenen Gebüsch klingt das Konzert der Nachtigallen.

1950

Tatkraft, Umsicht und Organisationstalent verhalfen Dipl. Ing. Wilhelm Dyckerhoff zur Präsidentschaft im WRFC. Er leitete die Geschicke des Clubs bis 1987. Das 14. Pfingstturnier, das 2. Nachkriegsturnier startete mit 260 Pferden und 690 Nennungen. Amerikaner und Franzosen waren am Start, ebenso eine ganze Reihe von Reitern, die man aus heutiger Sicht als Urgestein der Reiterei bezeichnen darf: Fritz Thiedemann, Fritz Linsenhoff, Herbert Kräh oder Gustav Pfordte, um nur einige Namen zu nennen.

1951

musste sich der WRFC noch mit dem kleinen Nachkriegsturnierplatz zufrieden geben aber der Blick ging bereits voraus: ein CHI sollte kommen. Hierzu war der Ausbau des Turnierplatzes nötig. Gartenbaudirektor Kamphausen (Stadt Wiesbaden), Prof. March (Erbauer des Berliner Olympiastadions),  Edwin Graf Rothkirch sowie Colonel Thompson (amerikanische Besatzung) standen dem WRFC mit Rat und Tat zur Seite. Lastwagen und Planierraupen wurden von der US-Army zur Verfügung gestellt. Der Schutt von den Bombenangriffen auf Biebrich wurde als Drainage unter den Sand gepackt. Man schuf unter altem Baumbestand einen der schönsten Turnierplätze Europas.

1952

Im Jubiläumsjahr - 25 Jahre WRFC - konnte der Umzug auf den tiefer gelegenen Teil des Schlossparks erfolgen. Erstes CHI auf neuem Sandboden. Riesige Resonanz: Teams aus Amerika, Chile, Spanien, England und Frankreich, insgesamt 452 gemeldete Pferde, 1.090 Nennungen. 45.000 Besucher sahen an 4 Turniertagen 26 ausgeschriebene Prüfungen. Reitsportlegenden am Start: Fritz Thiedemann zum ersten Mal mit Meteor und H.G. Winkler erstmals mit Halla, den Pferden, die Weltruhm erlang. Den großen Dressurpreis gewann Otto Lorke. Veranstalter des Turniers waren nun nicht mehr Kurverwaltung und Club, sondern jetzt der WRFC allein, der es als seine größte Aufgabe sah, im Interesse der Reiterei, der Pferdezucht und seiner Vaterstadt Wiesbaden, das Internationale Pfingstturnier im Schlosspark Wiesbaden-Biebrich zu erhalten. Am 18. Oktober lud der WRFC zu seiner Jubiläumsjagd im Weilburger Tal mit anschließendem Treffen der Teilnehmer und Gäste im Kurhaus zu einer Feierstunde ein.

1953

Erstmals nach dem Krieg übertrug der Weltverband Wiesbaden die „Internationalen Offiziellen Dressurwettbewerbe" (CDIO). Eine Reihe bedeutender Turnierställe hatte gemeldet, u. a. Stall Neckermann (Frankfurt), Stall Springer (Hamburg), Stall von Neindorff (Karlsruhe) und das Gestüt Asta (Kronberg i. Ts.). Am Start waren Reiter aus Schweden, England, Österreich, Belgien, Holland, Frankreich und der Schweiz. Ein Club ohne eigenen Stall hatte seine Nachteile, ein Vereinsleben außerhalb des Pfingstturniers war schwer zu gestalten. Der Tattersall Weiß, bis wenige Jahre nach dem Krieg die "Pferdeheimat" des WRFC, wurde geschlossen. Mit der rasanten Entwicklung des Pferdesports entstanden neue Ställe und Vereine an der Perepherie der Stadt Wiesbaden. Es spricht jedoch für den Reitsport, dass der Zusammenhalt innerhalb des Clubs nicht zuletzt durch den großen Turniersport aufrecht erhalten werden konnte.

1954

Immer wieder feierten in Wiesbaden neue Namen Premiere. Reiner Klimke gewann auf dem Vollblüter Scipio seine erste M-Dressur. Zum ersten Mal am Start auch der spätere Bundestrainer der Springreiter Hermann Schridde. Insgesamt ein tolles Feld: Fritz Thiedemann, Graf von Hardenberg, der spätere Dressur-Olympiasieger der UdSSR, Sergej Filatow, Magnus von Buchwald, William Steinkraus, George Morris, Frank Chapot, Francisco Goyoaga; wer kennt sie nicht, die Großen der damaligen Reiterwelt.

1955

Fritz Thiedemann gewann das Hauptspringen auf Finale vor H.G. Winkler auf Orient. Lieselott Linsenhoff errang ihre Siegerschleife auf Adular, und auch ein späterer Olympiasieger machte in Wiesbaden erstmals auf sich aufmerksam: Alwin Schokkemöhle ließ auf dem Vollblüter Mozart die Konkurrenz in der Dyckerhoff-Jagdpferde-Eignung hinter sich.

 

1956

Im Olympiajahr reisten viele ausländische Equipen auch aus Übersee an. Die Beteiligung war so stark, dass die Gespannwettbewerbe abgesagt wurden. Fritz Thiedemann startete erstmals seinen Godewind, Liselott Linsenhoff gewann mit Fanal sowohl die S-Dressur als auch die kombinierte Prüfung Kl. S.
 

1957

Wieder das klassische Programm mit allen Disziplinen, inklusive Eignungsprüfungen für drei- bis achtjährige Pferde. 5 Tage hochklassiger Pferdesport, 500 gemeldete Pferde, 1.912 Nennungen. Erstmals aus geschrieben: eine Voltigier-Prüfung. Willi Schultheis hieß der große Dressursieger des Jahres. Er siegte mit Brillant in der S-Prüfung, mit Doublette in der kombinierten S. Die Geländeprüfungen dominierte Reiner Klimke mit Siegen auf Winzerin in der Jagdeignung Kl. S sowie in der Vielseitigkeitsprüfung. Der Springstar war in diesem Jahr Fritz Thiedemann, der im „Preis der Spielbank, Kl. S b" mit Meteor und Finale auf dem ersten Platz und mit Godewind auf dem dritten Platz landete, außerdem gewann er auf Finale nach dreimaligem Gewinn in Serie den Wanderpreis im „Georg Hermann von Mumm Gedächtnisspringen".

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